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AUTOLOGE STAMMZELLTRANSPLANTATION Die autologe Stammzelltransplantation ist eine potente, aber nebenwirkungsbehaftete Therapie bei schwerer Sklerodermie. ANTIFIBROTISCHE THERAPIE Für die Gruppe der Lungengerüstkrankheiten unterschiedlicher Genese inkl. CTD-ILD mit einem progredienten fibrosierenden Verlauf trotz adäquater Therapie (z. B. chronische exogen-allergische Alveolitis, RA, SSc) wurde der Begriff der fibrosierenden interstitiellen Lungenerkrankungen mit progressivem Phänotyp (progressive fibrosing interstitial lung diseases, PF-ILD) geprägt. In jüngster Zeit erschienen Arbeiten, die einen positiven Effekt der antifibrotischen Medikamente (Nintedanib, Pirfenidon) in einer solchen Situation nachweisen. Aktuell wird eine Reihe weiterer Ergebnisse bezüglich der Effektivität der Antifibrotika bei CTD-ILD erwartet. Die Studien auf diesem Gebiet haben das Potential der Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten bei CTD-ILD.in English, German MEDIKAMENTöSE THERAPIE Die aktualisierte Dyslipidämie-Leitlinie der European Society of Cardiology senkt nochmals die LDL-Cholesterinzielwerte. Zur Erreichung dieser Zielwerte werden hochpotente Statine und vermehrt Kombinationspartner wie Ezetimib und PCSK9-Hemmer nötig werden. LIPIDAPHERESE Die Bestimmung von Lipoprotein(a) zur kardiovaskulären Risikostratifizierung ist nun eine Klasse-II(a)-Empfehlung. Momentan steht lediglich die Lipidapherese zur Senkung von Lipoprotein(a) zur Verfügung, neue medikamentöse Therapieansätze sind allerdings in der klinischen Erprobung.in English, German NP-GRENZWERT ZUR DIAGNOSTIK EINER HERZINSUFFIZIENZ Von den klinisch verfügbaren Biomarkern sind die natriuretischen Peptide (NP) die robustesten Prädiktoren für die Diagnose und Prognose bei Herzinsuffizienz (HI). Der prognostische Wert ist insbesondere bei serieller Bestimmung der NP hoch, sodass der klinische Einsatz in internationalen HI-Leitlinien mit höchster Evidenz und Empfehlung weiter in den Vordergrund gerückt ist. STRATEGIE DER SEQUENZIELLEN NP-MESSUNGEN Das Konzept der sequenziellen NP-Messungen dient der Erfassung der Natrium- und Wasserüberladung zu klinisch definierten Zeitpunkten. Ziel eines NP-unterstützten Behandlungsplans ist, nicht nur die Dynamik des klinischen Therapieansprechens zu objektivieren, sondern den individuellen Therapieverlauf klinischen Szenarien zuzuordnen, die ihrerseits eine wesentliche Rolle für die Risikostratifizierung, Prognose und Notwendigkeiten von Therapieoptimierung in der stationären, aber auch ambulanten Versorgung spielen.in English, German DEFINITION DER SEPSIS Eine Sepsis ist eine akut lebensbedrohliche Organdysfunktion, hervorgerufen durch eine inadäquate Wirtsantwort auf eine Infektion. Für die Diagnose einer Sepsis-assoziierten Organdysfunktion ist eine Veränderung des Sequential Organ Failure Assessment (SOFA) Scores um ≥ 2 Punkte zu verwenden. THERAPIE Zur hämodynamischen Stabilisierung von Patienten sollte eine intravenöse kristalloide Lösung innerhalb der ersten 3 Stunden verabreicht werden. 0,9 %ige Kochsalzlösung sollte NICHT verwendet werden. Eine schematische Mindestinfusionsmenge und ein allgemeiner Zielwert für den mittleren arteriellen Blutdruck werden nicht empfohlen. Intravenöse Antiinfektiva sollten so schnell wie möglich verabreicht werden – möglichst innerhalb 1 Stunde nach Diagnosestellung. Um alle wesentlichen Bakterien zu erfassen wird die Anwendung einer empirischen Breitspektrumtherapie mit einem oder mehreren Antibiotika empfohlen. Um die antimikrobielle Therapiedauer zu verkürzen, sollten Messungen des Procalcitonin-Werts vorgenommen werden.in English, German VERGLEICH VON ENDOKARDITIS-RISIKOKONSTELLATIONEN Aus der Hochrisikogruppe der Endokarditis-prädisponierenden Erkrankungen sticht die durchgemachte Endokarditis (Risiko 266-fach) hervor – Präventionsmaßnahmen wie gute Oral-/Zahnhygiene, Antibiotikaprophylaxe bei orodentalen Eingriffen und Aufklärung sind essenziell. NEUES ZUR ENTEROCOCCUS-FAECALIS-ENDOKARDITIS Bei Patienten mit ambulant erworbener E. faecalis-Bakteriämie sollte eine transösophageale Echokardiografie durchgeführt werden – laut neueren Untersuchungen beträgt die Endokarditisprävalenz in dieser Patientengruppe > 20 %. Es verdichten sich die Hinweise, dass eine Assoziation zwischen E. faecalis-Endokarditis und kolorektalen Karzinomen bzw. Adenomen mit Dysplasiezeichen existiert. ORALE THERAPIE DER ENDOKARDITIS? Die Nichtunterlegenheit einer oralen Sequenztherapie bei Endokarditispatienten ist bislang nur für eine sehr ausgewählte Subgruppe (stabiler Verlauf, kleine Vegetation, keine paravalvulären Komplikationen) gezeigt. Eine frühe und unkritische Oralisierung der Antibiotika birgt die Gefahr schlechterer Behandlungsergebnisse. KUNSTHERZINFEKTIONEN/INFEKTIONEN LINKSVENTRIKULäRER ASSIST-DEVICES Kunstherzinfektionen/Infektionen linksventrikulärer Assist-Devices (LVAD) treten bei einem Drittel der Patienten im Laufe des ersten Jahres nach der Implantation auf. Neben einer suffizienten Antibiotikatherapie ist ggf. selleck chemical ein chirurgisches Débridement erforderlich.in English, German NOMENKLATUR ÜBERBEGRIFF MALIGNE BILIäRE TUMOREN Unter dem Begriff maligne biliäre Tumoren (engl. biliary tract cancer) werden weiterhin Karzinome der intra- und extrahepatischen Gallengänge und der Gallenblase zusammengefasst, deren auch molekularpathologische Unterschiede immer besser verstanden werden. Als klinisch relevante Veränderungen wurden neben einer Mikrosatelliteninstabilität bisher IDH-1- und BRAF-Mutationen, FGFR-Alterationen sowie eine HER2-Überexpression identifiziert. Eine Vorstellung der betroffenen Patienten in einem molekularen Tumorboard ist zu empfehlen, um potenzielle zielgerichtete Therapieoptionen sowie ggf. eine Studienteilnahme zu evaluieren. AKTUELLE THERAPIESTANDARDS Patienten nach einer kurativ intendierten Resektion sollte eine adjuvante Chemotherapie mit Capecitabin über 6 Monate angeboten werden. Die Kombination aus Gemcitabin und Cisplatin bleibt etablierter Standard in der palliativen Erstlinientherapie. Patienten in einem guten Allgemeinzustand kann aufgrund der positiven Ergebnisse der randomisierten ABC-06-Studie eine Zweitlinientherapie empfohlen werden.